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 Akne bei Erwachsenen
Meist gibt es eine konkrete Ursache
Leiden Erwachsene unter Akne, können Medikamente, Bakterien oder das so genannte androgenitale Syndrom dahinter stecken.

Darauf wies die „Ärzte Zeitung“ am 31. Juli hin. Diagnostik und Therapie änderten sich dann vielfach, da die Ursachen andere seien als in der Jugend, zitiert das Blatt Dr. Gisela Albrecht aus Berlin-Spandau. Albrecht hatte ihren Vortrag bei einem Symposium des Unternehmens Galderma anlässlich eines dermatologischen Kongresses in München gehalten.

So können Kortisonpräparate, Antidepressiva, Medikamente gegen Epilepsie oder bestimmte Antibiotika (Tetrazykline) zu Akne-ähnlichen Hauterscheinungen – einer Sonderform der Akne – führen. Nach Absetzen des Medikaments kann es laut Albrecht sehr lange dauern, bis die Akne zurückgeht. Bei dieser Akneform sind die Haarfollikel entzündet, eine Verhornungsstörung wie bei der normalen Akne liegt hingegen nicht vor – weshalb auch keine Mitesser (Komedonen) auftreten. Der Follikel ist der Teil der Haares, der die Haarwurzel umschließt, umgangssprachlich auch als Haarbalg bezeichnet.

Bei Männern häufiger als bei Frauen trete eine Follikulitis – eine Haarbalgentzündung – mit so genannten gram-negativen Bakterien auf, erklärte Albrecht. Auch diese Erkrankung ähnelt der Akne und wird oft von einer krankhaft gesteigerten Absonderung der Talgdrüsen (Seborrhö) begleitet. Sie kann an allen behaarten Teilen des Körpers auftreten, oft sind Kopf und Rumpf betroffen. Als Gegenmittel verordnet der Arzt – wenn er die Diagnose durch einen Abstrich gesichert hat – eine antibiotische Therapie gegen die gram-negativen Bakterien. Bei der sehr seltenen, aber schweren Akne fulminans ist nicht nur die Haut, sondern sind oft auch die Gelenke betroffen. Fieber und eine krankhafte Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) kommen häufig hinzu. Die Erkrankung trifft vor allem junge Männer. Als Therapie kommen laut Albrecht Kortisonpräparate zum Einnehmen und Isotretinoin in niedriger Dosis in Frage.

Bei Frauen, die erst nach der Pubertät eine Akne entwickeln, kann dies ein Hinweis auf ein androgenitales Syndrom sein, eine Erkrankung, bei der die Bildung von Steroidhormonen gestört ist. Weibliche Kinder können dadurch vermännlichen, Kinder beiderlei Geschlechts vorzeitig in die Pubertät kommen. Ob ein solches Syndrom die Ursache ist, klärt eine Hormonanalyse. Dagegen hilft eine Behandlung mit einer antiandrogen wirkenden Anti-Baby-Pille. Laut Albrecht kann zusätzlich eine niedrigdosierte Kortisontherapie sinnvoll sein.

Quelle: © MedCon Health Contents AG